Archives (Deutsch)

Belgique : révolution au musée africain

Title: Belgique : révolution au musée africain / Belgien: Afrikamuseum korrigiert Fehler der Vergangenheit
Authors: Loïc Wibaux and Frédérique Cantù
Media Outlet: Arte
Publish Date: January 2, 2019

Installé à dix kilomètres de Bruxelles, l'AfricaMuseum doit la majorité de ses collections aux campagnes militaires et missions du Royaume de Belgique dans l'ancien Congo belge. Alors qu'en France le rapport sur la restitution des œuvres d'art à l'Afrique n'en finit pas de faire des vagues, l'AfricaMuseum entend proposer « une vision moderne des collections africaines ».

Viele europäische Länder arbeiten immer noch ihr koloniales Erbe auf - auch auf kulturellem Gebiet. Das Afrikamuseum im belgischen Tervuren ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie man sich der Vergangenheit stellt.

L'Afrique demande la restitution de biens culturels

Title: L'Afrique demande la restitution de biens culturels / Restitution von Kunstschätzen: Afrika will Fakten schaffen
Author: Luis Nicolas Jachmann
Media Outlet: Arte
Publish Date: January 2, 2019

“Le numérique offre de nouvelles possibilités car cet espace démocratique « n’est pas encore colonisé », comme le constate Al-Badri. « Il comporte un fort potentiel d’émancipation », mais, pour l’artiste, se contenter de numériser les objets qui se trouvent en Europe pour en envoyer une copie en Afrique n’est pas une bonne solution. Cela équivaudrait « à ne rien vouloir changer. Ce serait le pire usage que l’on puisse faire de la numérisation ».”

“Neue Möglichkeiten biete das Digitale, weil dieser demokratische Raum „noch nicht kolonisiert ist“, wie Al-Badri feststellt. „Es gibt ein großes emanzipatorisches Potential“, sagt sie. Die Objekte in Europa hingegen schlichtweg zu digitalisieren und eine Kopie nach Afrika zu schicken, sei der falsche Weg. Das stünde dann wieder für den Pfad, „nichts verändern zu wollen. Das wäre das Schlechteste, was man aus der Digitalisierung machen könnte“, sagt Al-Badri.”

 

Kolonialgeschichte - Was wir jetzt brauchen

Title: Kolonialgeschichte - Was wir jetzt brauchen
Media Outlet: Zeit Online
Publish Date: December 12, 2018

“Für Restitutionen und einen neuen Umgang mit der Kolonialgeschichte: Ein Appell von Wissenschaftlern aus der ganzen Welt.

(…) Eine Debatte über koloniale Objekte, wie wir sie fordern, eröffnet Perspektiven für die Neugestaltung der Gegenwart, und zwar insbesondere mit jenen Regionen, mit denen Europa seit Langem durch die koloniale Geschichte sowie durch neokoloniale ökonomische Beziehungen unauflösbar verbunden ist. Folgt man Achille Mbembe und anderen, so könnte über die kolonialen Objekte die einzigartige Möglichkeit entstehen, auf der Grundlage eines neuen Blickes auf die gemeinsame koloniale Geschichte die Beziehungen zu den Ländern und Gesellschaften Afrikas und Ozeaniens, Asiens, Australiens und der Amerikas gemeinsam mit diesen neu zu definieren und auf eine tragfähige Basis zu stellen.”

France : le patrimoine africain de retour en Afrique ?

Title: France : le patrimoine africain de retour en Afrique ?
Media Outlet: Arte (video)
Publish Date: November 27, 2018

Bénédicte Savoy, historienne de l’art, professeure au Collège de France, et Felwine Sar, écrivain et universitaire, ont remis à Emmanuel Macron leur rapport sur la restitution du patrimoine africain. Ce document dresse un inventaire des objets concernés et donne des pistes juridiques sur les conditions de leur retour en Afrique. Des préconisations qui font déjà débat.

Frankreichs Präsident Macron will mit kolonialen Traditionen brechen und afrikanische Kunstwerke den Herkunftsländern zurückgeben. Die französischen Museen sehen die Entwicklung mit Sorge, denn das würde auch für die Kunstwerke gelten, für die eben nicht nachgewiesen werden kann, dass sie gestohlen wurden.

Bredekamp widerspricht Savoys Empfehlungen„Ich lehne diese Argumentation der Gleichsetzerei ab“

Title: Bredekamp widerspricht Savoys Empfehlungen „Ich lehne diese Argumentation der Gleichsetzerei ab“
Author: Eckhard Roelcke
Media Outlet: Deutschlandfunk Kultur
Publish Date: November 26, 2018

“In Reaktion auf die Forderung der französischen Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy, Kunst- und Kultobjekte, die in kolonialen Kontexten aus Afrika nach Europa gelangten, an die ehemaligen Kolonialstaaten zurückzugeben, rät der deutsche Kunsthistoriker Horst Bredekamp, Gründungsintendant des Humboldt Forums bis Juni 2018, zu einem differenzierten Umgang mit den Sammlungsobjekten in Deutschland. „Es gibt eklatante Unterschiede zwischen den Sammlungen in Berlin, in Deutschland überhaupt, und den Sammlungen in den großen kolonialen Mächten“, sagte er im Deutschlandfunk Kultur.

Viele der Sammlungen der großen deutschen ethnologischen Museen seien in einem aufklärerischen Geist entstanden, der koloniale Bestrebungen ablehnte. Diese aufklärerischen Ideen der großen deutschen Sammlungen, würden in der Debatte geradezu „eliminiert“.

„Und damit auch die Begründung und Rahmenstellung der Sammlungen, die sich in Dahlem befinden von ihrem Ursprung her und die [mit Objekten] angereichert wurden natürlich um 1900 in großer Zahl. Aber die Bedingungen des Sammelns lagen Generationen zuvor und die sind mit der besten deutschen Tradition überhaupt zu verbinden, das sind Leibniz, Georg Forster, die Brüder Humboldt, Adolf Bastian und eine große Zahl weiterer Forscher.““

Auch wir sind preußischer Kulturbesitz

Title: Auch wir sind preußischer Kulturbesitz
Author: Sonja Zekri
Media Outlet: Süddeutsche Zeitung
Publish Date: November 21, 2018

“Das "Museum der schwarzen Zivilisationen" in der senegalesischen Hauptstadt Dakar sieht auf den ersten Blick aus wie ein schlecht geparktes Raumschiff. Auf den zweiten auch. Im Dezember soll es eröffnet werden, obwohl vor ein paar Wochen noch alles leer war. Doch selbst wenn bis Jahresende nicht mal ein Nähschränkchen aufgestellt würde, um Objekte zu präsentieren, so befindet sich Dakars neues Wahrzeichen schon jetzt inmitten einer Debatte, die Afrika und Europa im Idealfall neu aufeinander blicken lässt - und im schlimmsten Fall weiter entfremdet.”

Musées : que faire de l'héritage colonial ? - Wem gehören die kolonialen Kunstwerke, den Eroberern oder den Kolonialisierten?

Title: Musées : que faire de l'héritage colonial ? / Wem gehören die kolonialen Kunstwerke, den Eroberern oder den Kolonialisierten?
Author: Nahalie Daiber
Media Outlet: Arte
Publish Date: June 8, 2018

“A qui appartiennent les oeuvres d'art des musées européens issues de l'héritage colonial ? Aux conquérants ou aux pays colonisés ? La réponse n'est pas simple à apporter, comme le montre l'exemple de la colonne de Cape Cross.

Il y a plus de 500 ans, les Portugais érigaient cette croix de pierre sur la côte de l'actuelle Namibie. Aujourd'hui cette colonne fait partie de la collection permanente du Musée historique de Berlin. La Namibie exige sa restitution à l'Allemagne, raison pour laquelle un grand symposium se tient actuellement dans le musée lui-même. Au programme, cette question : "Comment gérer l'héritage colonial, et qu'est-ce que l'équité historique ?". Parmi les participants : des scientifiques, des dirigeants politiques africains et européens.”

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“Was soll mit afrikanischen Kulturschätzen geschehen, die während der Kolonialzeit in europäische Museen gebracht wurden und dort bis heute lagern? Dass die Antworten auf diese Fragen schwierig sind, zeigt das Beispiel der Säule vom Kreuzkap, die vor über 500 Jahren an der heutigen Küste Namibias errichtet wurde.”